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Die Gerüchteküche brodelt, die Stimmung ist – je nach Grundhaltung – euphorisch bis gereizt. Die Gründung einer zweiten Mäzenatenvereinigung zur Unterstützung
der Bayreuther Festspiele sorgt für reichlich Gesprächsstoff längst nicht nur in Bayreuth. Fakt ist: Am Mittwoch findet in Bayreuth die Gründungsversammlung des Vereins TAff
(Team der aktiven Festspielförderer) statt. Und der Stardirigent Christian Thielemann gehört zu den Gründungsmitgliedern.
Beim fröhlichen Rätselraten, wer hinter der neuen Mäzenatenvereinigung stehen könnte, tappten manche in den letzten Tagen mächtig ins Fettnäpfchen.
Natürlich gehört Toni Schmid, Spitzenbeamter im bayerischen Kunstministerium und Vorsitzender des Verwaltungsrats der Bayreuther Festspiele, nicht zu den neuen Vereinsmitgliedern. Und
auch Karl-Theodor zu Guttenberg lässt ausrichten, dass er mit dieser Bewegung, die manche auch als Spaltung sehen, nichts zu tun habe.
Einer wurde bislang noch nicht öffentlich genannt, obwohl er dazugehören wird: Christian Thielemann. Damit hat TAff nicht nur einen der wichtigsten Wagner-Dirigenten der Gegenwart,
sondern auch ein echtes Zugpferd in den eigenen Reihen.
Je mehr Hilfe, desto besser
Der Kreis derer, die die Festspiele lieben und sie deshalb vor allem unbürokratisch unterstützen wollen, besteht freilich nicht nur aus „Promis“. Sondern aus Leuten, die gut
vernetzt sind, zupacken können und so eine noch bessere Grundlage für die Festspiele schaffen wollen. Der Bayreuther Peter Maisel beispielsweise ist ein „TAffer“. Der
Geschäftsführer von TMT, ein Unternehmen aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie, ist seit Jahren Mitglied bei der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth. Und nun
begründet er TAff mit. Warum?
Weil ihn Projekte wie die Kinderoper überzeugen und er überzeugt ist, dass die neue Festspielleitung, die frischen Wind in viele Bereiche bläst, nie genug Unterstützer haben
kann. Ob TAff eine Kampfansage an die GdF sei? Maisel verneint: „Es gibt zahlreiche Kulturinstitutionen mit mehreren Unterstützungsvereinen. Warum sollte das nicht auch in Bayreuth
möglich sein.“
Der Festspielleitung dürfte es recht sein – frei nach dem Motto: je mehr Unterstützer, desto besser. Maisel und seine Mitstreiter haben, seit der Kurier erstmals über die
anstehende Neugründung berichtete, sehr viel positive Resonanz erfahren. Maisel: „Ein Herr hat uns angerufen und spontan angeboten, 10.000 Euro beizusteuern – pro Jahr.“
Die sieben Gründungsmitglieder, die in Bayreuth den Verein gründen wollen, haben sich viel vorgenommen: Sie wollen Geld aufbringen, damit unbürokratisch helfen – und ganz nah
dran sein sowohl an den Festspielen als auch an den eigenen Mitgliedern.
Keine Kluft
Es soll keine Kluft zwischen Vorstand und „einfachen“ Mitgliedern geben – gerade das halten einige GdF-Mitglieder ihren Lenkungsgremien aktuell vor. Laut Satzung soll der
Festspielleitung in dem neuen Verein Sitz und Stimme angeboten werden – damit der Informationsaustausch über (finanzielle) Probleme und (neue) Projekte rasch über die Bühne
geht. Den eigenen Mitgliedern will TAff – das ff im Vereinslogo steht für „Fortissimo“ und soll wohl die Inbrunst der „neuen Freunde“ symbolisieren –
Einblicke gewähren, die sie bislang so wohl noch nicht bekommen haben.
Der Besuch von Festspielproben (in Klein gruppen) steht dabei ebenso auf der TAff-Wunschliste wie spezielle Führungen oder besondere Veranstaltungen.
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