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"Nach Pfingsten schließen wir das hundertjährige Gebäude bis zum 9. Dezember 2011", sagte Intendant Ansgar Haag am Mittwoch. "Mit einer Uraufführung oder einer
spektakulären Schauspielinszenierung wollen wir das Haus wiedereröffnen."
Seit Jahren sei es nur mit Ausnahmegenehmigungen für Brandschutz, Sicherheit und Fluchtwege betrieben worden. Das denkmalgeschützte Haus erhalte eine bislang fehlende Hinterbühne,
Computertechnik für die Bühnenmaschinerie und eine neue Drehbühne. Die auch bei Theaterfreunden im benachbarten Franken beliebte Bühne gilt als Wiege des modernen
Regietheaters.
Der letzte klassizistische Theaterbau in Europa hat die beiden Weltkriege im vergangenen Jahrhundert ohne nennenswerte Schäden überstanden. Deshalb sei das Haus nie generalsaniert
worden. Bis auf den unter Max Reger eingebauten Orchestergraben und die in den 50er Jahren installierte Drehbühne sei das Haus auf dem technischen Stand zur Zeit von "Theaterherzog" Georg
II. stehengeblieben.
Größte Herausforderung ist nach Haags Angaben der Einbau einer Lastwagenschleuse für die Bühnenaufbauten. "Dafür wird die historische Rückwand um etwa fünf
Meter nach außen verschoben." Die Bühnenarbeiter müssten derzeit noch wie zu Herzogs-Zeiten die Bühnenteile an der Fassade hochziehen und durch ein Fenster bugsieren. "Die
berühmten Meininger Prospekte waren damals allerdings viel kleiner und leichter als heute."
Dem Ensemble bietet die Zwangspause die Chance, Neues auszuprobieren und ungewöhnliche Spielstätten zu erschließen. Der Englische Garten avanciert im Sommer zur
Freiluft-Bühne. Dort wird Carl Zellers Operette "Der Vogelhändler" ebenso zu hören sein wie Leonard Bernsteins Musical "West Side Story" und William Shakespeares Komödie "Ein
Sommernachtstraum" - letzteres in Regie von Dominique Horwitz. Die 2008 eröffneten Kammerspiele in einem ehemaligen Kaufhaus werden Hauptspielstätte.
Von November bis Silvester will Haag das Publikum mit dem Weihnachtsprogramm in ein beheizbares Theaterzelt locken. Weitere "Spielorte" werden Stadtkirche, Schlosskirche und der Marmorsaal im
Schloss Elisabethenburg sowie das seit 15 Jahren geschlossene Volkshaus sein. Größte Sorge des Intendanten ist, dass der Theaterumbau Touristen und Theaterliebhaber aus den
benachbarten Bundesländern abschrecken könnte.
dpa
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