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Soviel Vorsorge hätte es gar nicht gebraucht: „Lohengrin“-Regisseur Hans Neuenfels wird sich im Laufe der rund einstündigen Lesung aus seinem Buch „Wie viel Musik
braucht der Mensch? Über Oper und Komponisten“ keine einzige Zigarette anstecken.
Zwei Kapitel trägt der 69-Jährige aus seinem Buch vor, zwei Essays, die von Begegnungen zwischen ihm und Komponisten erzählen. Neuenfels ist den Komponisten (im Fall der zwei
vorgetragenen Essays Verdi und Richard Wagner) leibhaftig begegnet. Sagt er. Im Traum. Mit Verdi trank Neuenfels gleich mehrmals Wein, Wagner begegnete ihm bei seinem ersten Besuch im Bayreuther
Festspielhaus vor drei Jahren. Ein bisschen spät, fand Richard Wagner. Aber nun ist er ja da.
Es ist eine unglaublich philosophische Sprache, mit der Neuenfels seine Begegnungen schildert, geistreich und witzig gleichermaßen. Wenn sein Publikum laut lacht, über Neuenfels’
Erlebnisse auf der Zugfahrt nach Bayreuth oder die pikierte Reaktion seiner Frau, die Verdi so gerne vorgestellt worden wäre, muss Neuenfels selbst schmunzeln.
Am Ende dann plaudert Neuenfels doch noch ein bisschen. Beispielsweise über seine Arbeit in Bayreuth, die ihm „große Freude“ gemacht habe. Er beschwört auch hier den
Geist – „wenn wir uns kaputt schufteten, wussten wir warum und wofür wir das taten“. Er spricht von Abenteuer auf außergewöhnlichem Gebiet. Nur die Probenzeit,
die sei doch viel zu kurz. Die müssen die „zwei Schwestern“ ausdehnen. Jetzt hofft er mit dem Publikum, das seinen „Lohengrin“ gesehen hat, auch ins Gespräch zu
kommen. Über sein Konzept spricht er dagegen ungern. Nur so viel: Ihm gehe es um die große Geschichte von Liebe und Verlust der Liebe und die Frage nach der eigenen Identität.
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