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"Wir können die Tarifsteigerungen nicht mehr ohne erheblichen Substanzverlust kompensieren", sagte Intendant Gerd Uecker im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Allein 2009 habe
die Erhöhung der Tarifgehälter Mehrkosten von 1,7 Millionen Euro mit sich gebracht. 2010 werden dafür 2,4 Millionen Euro zusätzlich veranschlagt und 2011 kämen dann noch
die neuen, noch nicht verhandelten Tariferhöhungen dazu. Damit gerate das Haus trotz Konsolidierungskurs erneut in eine Schieflage.
Die Semperoper feiert derzeit den 25. Geburtstag ihrer Wiedereröffnung. Das von Gottfried Semper entworfene Haus hatte einst Operngeschichte geschrieben. Nach seiner Zerstörung im
Zweiten Weltkrieg war es zwischen 1977 und 1985 wieder zu altem Glanz gelangt.
Uecker (63), der zugleich Vorsitzender der Deutschen Opernkonferenz ist, wies auf die Folgen des harten Sparkurses hin. So soll der leistungsstarke Opernchor von 94 Stellen auf 84 abgeschmolzen
werden. "Das ist ein reines Bauernopfer, das tut weh." Da der Chor freiwerdende Stellen nicht mehr besetzen dürfe, habe das auch fatale Folgen für die Altersstruktur. Perspektivisch
fehle dem Chor eine gesunde Mischung. Uecker appellierte an die Politik, die Augen vor solchen künstlerischen Problemen nicht zu verschließen. Wenn der Freistaat sein Opernhaus als
"Flaggschiff" betrachte, müsse es auch hinreichend ausgerüstet werden. Andernfalls sei Dresden im deutschen Maßstab und erst recht international nicht konkurrenzfähig.
Der Intendant hatte nach seinem Amtsantritt im Sommer 2003 ein Bilanzdefizit vorgefunden, das sich bis Dezember 2005 zu einer Summe von 9,2 Millionen Euro aufbaute. "Es fing mit einer kleinen
Summe 1998 an, wurde wie eine Bugwelle vor sich hergeschoben und immer größer." Erst zu diesem Zeitpunkt sei ihm klar geworden, dass er in Dresden vor allem auch als Sanierer gefragt
war. "Man hatte sich bis dato immer von der hohen Auslastung jenseits der 90 Prozent blenden lassen, die Ausgaben aber völlig vernachlässigt." Uecker gibt auch mangelhaften
Kontrollmechanismen die Schuld. Denn eigentlich hätte die Staatsoper wegen ihrer Größe wie vom Gesetz vorgeschrieben einen Verwaltungsrat haben müssen. Der entstand jedoch
erst im Zuge der Konsolidierung 2006.
"Das Haus war praktisch schon abgebrannt, als man nach einem Feuerlöscher rief", schildert Uecker die Lage rückblickend. In den vergangenen fünf Jahren sei es aber gelungen, das
Defizit auf unter drei Millionen Euro zu drücken. "Im gleichen Zeitraum stiegen die Eigeneinnahmen von 19 auf 26 Millionen Euro. Diese Entwicklung hat kein anderes deutsches Opernhaus
geschafft." 2009 hatte die Semperoper einen Etat in Höhe von 66,8 Millionen Euro, der Zuschuss des Landes lag bei 37,3 Millionen Euro. Uecker geht davon aus, dass die restlichen Baustellen
in drei bis vier Jahren behoben sind. Laut ursprünglichem Kabinettsbeschluss sollte die Semperoper schon 2010 wieder in der Lage sein, ohne zusätzliche Zuschüsse auszukommen.
dpa
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