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Zwei der sieben Stücke der im September beginnenden Opernsaison werden von deutschen Regisseuren inszeniert. Zudem wird das am Montag (Ortszeit) präsentierte Programm von vielen
Sängern und Schauspielern und auch Cheftechnikern aus Deutschland gestaltet. Auch das Glanzstück der Spielzeit kommt aus Deutschland: Die Met will 2010/2011 Richard Wagners "Ring des
Nibelungen" neu inszenieren.
"Das wird ein völlig neuer "Ring". So ist man mit dem Stoff noch nie umgegangen", sagte Met-Chefdirigent James Levine, dessen 40. Spielzeit an der New Yorker Oper im Herbst beginnt. "Seit
vier Jahren laufen schon die Vorbereitungen und es wird opulent. Ich bin sehr aufgeregt, weil Wagner immer eine Herausforderung ist", sagte der 66- Jährige. Die Inszenierung von
zunächst "Das Rheingold" und "Die Walküre" wird eine der teuersten Produktionen in der Geschichte der Met. So wurde ein voll bewegliches gewaltiges Bühnenbild gebaut. Die
Schauspieler tragen elektronische Kostüme, die selbst leuchten.
Der "Ring" ist toll, aber wir wollen ihn auffrischen, ihn ins neue Jahrtausend bringen", sagte Regisseur Robert Lepage. "Wir wollen die kleine Geschichte im großen Werk finden, gerade in
den Dialogen. Mein Ziel ist es, den Sänger ganz dicht an den Besucher zu bringen." Trotz des großen Bühnenbildes bleibe die Stimme des Sängers das wichtigste. "Dieses Werk
ist größer als das Leben und genau das wollen wir darstellen. Die Zuschauer sollen sehen, sie sollen hören, sie sollen aber zuerst fühlen", sagte der 52-jährige
Kanadier. Trotz des Neuen werde die Aufführung eher traditionell sein: "Wir werden ganz dicht an der ersten Aufführung in Bayreuth sein", sagte Levine. "Gar nicht mal so sehr als
Hommage, sondern vor allem, weil man das Stück dann am besten begreifen kann."
Peter Stein wird "Boris Godunow" von Modest Mussorgski inszenieren. "Es ist eine Herausforderung, die emotionale Tiefe dieses Werkes zu zeigen, deshalb freue ich mich auf diese Aufgabe", sagte
der Berliner Regisseur, der erstmals an der Met produziert. Der 72-Jährige arbeitet erneut mit dem Bühnenbildner Ferdinand Wögerbauer zusammen, auch er Debütant in New York.
Das gilt gleichermaßen für Willy Decker, der "La Traviata" inszeniert. Verdis Oper soll am Neujahrstag von dem Rheinländer aufgeführt werden.
Allerdings hat die Metropolitan Opera auch typisch amerikanische Stücke im Programm, etwa "Nixon in China". Komponist John Adams wird die Oper um den China-Besuch von US-Präsident
Richard Nixon 1972 in China selbst dirigieren, zum ersten Mal seit 17 Jahren. "Wir Amerikaner sind von unseren Präsidenten besessen, von den guten und den schlechten Seiten. Das will ich in
dem Stück ausdrücken", sagte der 63-Jährige - der den gleichen Namen trägt wie der zweite Präsident der USA. "Es wird noch einige neue Sachen geben", sagte
Met-Geschäftsführer Peter Gelb. "Wir sind so international wie kein anderes Opernhaus in der Welt, wir wollen aber auch das Mutterschiff für neue amerikanische Werke sein."
Allerdings wird das "Mutterschiff" teurer. Zum September steigen die Kartenpreise um elf Prozent. "Trotzdem wird ein Drittel der Karten immer noch weniger als 100 Dollar kosten", sagte Gelb.
dpa
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