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Mit seinem neuen Konzertprogramm "Zurück zur Natur" brocke er sich da fast schon ein Imageproblem ein, meinte der Musiker und Kabarettist bei der Premiere im Maxim Gorki Theater in Berlin.
"Ich singe ja lieber über arme Länder und arme Menschen." Doch eine ungebrochene Verklärung von Wäldern und Seen brachte der 38-Jährige am Donnerstagabend dann wie zu
erwarten nicht auf die Schauspielbühne. In dem fast zweistündigen Musikspektakel sinniert Grebe über Natursehnsüchte trendorientierter Großstädter - von polnischen
Salzgurken bis zum Wunsch nach einem Sitzrasenmäher.
Seit einiger Zeit träume er plötzlich von einem Bauernhof in Brandenburg, gesteht Grebe am Keyboard sitzend, hinter sich zwei kugelrund geschnittene Topfbäumchen. Um dann von den
Tücken bei Immobilienangeboten wie einem ehemaligen Jagdschloss zu erzählen, das leider mitten im Dorfkern liegt. "So richtig Kontakt will man ja auch nicht haben." Die Erfahrungen, die
gestresste Metropolenbewohner im Grünen machen, seien ohnehin speziell. "Da hinten auf der Wiese gabs heut Handyempfang", heißt es im Lied "Landleben". Doch schöner seien dort
eben das Brotbacken im Lehmofen, das Kleidernähen nach indischem Schnittmuster und die Erkenntnis: "Eigentlich bin ich nur hier, weil der Himmel so schön ist. Es gibt so wenig Sterne in
Berlin."
Der Kontrast zwischen der Hauptstadt und dem idyllischen Umland ist für den gebürtigen Kölner ohnehin ein dankbares Thema. Atemlos verliest Gorki-Schauspielerin Britta Hammelstein
die Terminliste der Berliner Theateraufführungen vom Tage, während Ensemblekollege Ronald Kukulies schüchtern "Highlights aus dem Jahreskalender" Brandenburgs einstreut: eine
Wanderung mit dem Förster oder das Konzert eines Country-Duos. Ausgiebig widmet sich Grebe, begleitet von seiner Band "Die Kapelle der Versöhnung", Szenevierteln wie dem Prenzlauer Berg
in Berlin, wo nicht nur das Feuerwerk "bio" ist. "Die Kinder spielen Flöte und Fagott und machen Feldenkrais. Wäre Hertha BSC ein Yogaverein, hier wäre alles blau-weiß."
Eine sehr präzise Beschreibung der Zustände im Bezirk attestiert hinterher der naturpolitisch erfahrene Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin als Premierenbesucher. "Ohne jede
Übertreibung." Zum Finale seines stürmisch beklatschten "Konzerts für Städtebewohner" besingt Grebe, der bereits in Leipzig Theaterprogramme inszeniert, dann wieder den Alltag
des getriebenen Künstlers - mit ziemlicher Distanz zur Natur: "An der Straße stehen Rehe, wir fahren dran vorbei. Das war der goldene Oktober auf der A2."
dpa
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