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"Mir tut weh, dass die Folgen vieler Missstände immer Menschen zu tragen haben. Die Armut und die Obdachlosigkeit auch der Kinder wird in Deutschland immer größer werden. Nur die
Politik will nicht hinschauen", sagte der 70-jährige Österreicher der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Das neue Stück Kresniks, "Felix Nussbaum", wird am Wochenende in
Osnabrück uraufgeführt.
Wenn er in ein fremdes Land komme, schaue er sich zunächst in den Leichenhallen, den Obdachlosenstätten, den Krankenhäusern, Irrenanstalten oder Polizeistationen um, sagte er.
"Dort sehe und erfahre ich so realistisch wie nirgendwo sonst, wie es den Menschen wirklich geht", betonte Kresnik. In Mexiko-City habe er sogar eine Organentnahme an einem ungefähr
zehnjährigen Jungen bei lebendigem Leib und mit vorgehaltener Pistole miterlebt. "Danach wurde er einfach wieder auf die Straße geschmissen. Dabei ist sogar mir richtig schlecht
geworden."
Mit dieser Arbeitsweise stehe er allein da, sagte Kresnik. Er wünsche sich Kollegen, die in die gleiche Richtung wie er arbeiteten. "In meiner Generationengruppe ist kein solcher Choreograph
entstanden. Schließlich habe ich Pina Bausch, Susanne Linke, Reinhild Hoffmann oder Gerhard Bohner gut gekannt." Eine tänzerische Grundausbildung habe er nie erfahren, sagte Kresnik.
"Ich habe nie getanzt, bis ich Ende der 50er-Jahre als Statist ans Theater Graz kam. Dort allerdings erhielt ich einen zweijährigen Kompaktunterricht bei einem Tänzer. Ich bekam
Spaß daran, habe in der Zeit hart trainiert und den Körper gequält - manchmal bis zur Übelkeit."
dpa
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