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19.02.2010

Daniel Barenboim

Völkerverständigung durch Musik

MÜNCHEN. Daniel Barenboim spielt auf vielen Bühnen. Der 67-jährige Israeli ist nicht nur als herausragender Pianist und Dirigent bekannt, sondern auch als Orchestergründer und Friedensstifter.

Um seine Anliegen durchzusetzen, nimmt der in Berlin lebende Künstler, der auch einen palästinensischen Pass besitzt, auch politischen Ärger in Kauf.   

 Als Anstoß für die Annäherung der verfeindeten Völker in Nahost brachten Barenboim und der palästinensische Literaturwissenschaftler Edward Said 1999 junge Musiker aus Israel, den Palästinensergebieten und verschiedenen arabischen Staaten zusammen. Aus der Gruppe entstand das West-Eastern Divan Orchestra, das seitdem mit Konzerten für ein friedliches Zusammenleben in Nahost wirbt.    

Barenboim wurde am 15. November 1942 in Buenos Aires geboren. Seine Eltern waren Juden russischer Abstammung, die sich in der argentinischen Hauptstadt als Klavierlehrer durchschlugen. Mit fünf Jahren bekam er den ersten Klavierunterricht, im Alter von sieben stand er mit Beethovens Klaviersonaten auf der Bühne.    

Im Jahr 1952 zog die Familie nach Israel, 1954 brachten ihn seine Eltern zum Dirigierunterricht nach Salzburg. Nachdem er vor dem Dirigenten und Komponisten Wilhelm Furtwängler (1886-1954) gespielt hatte, schrieb dieser: "Der elfjährige Barenboim ist ein Phänomen". Ein Satz, der ihm viele Türen öffnete.   

 Nach dem Studium der Komposition und Harmonielehre in Paris führten ihn Klavierkonzerte von 1955 an durch Europa, die USA und Australien. Sein Debüt als Dirigent gab Barenboim 1967 mit dem New Philharmonia Orchestra in London. Die Leitung vieler führender europäischer und amerikanischer Symphonieorchester folgte. Auch mit dem Dirigieren von Opern vergrößerte er die Zahl seiner Bewunderer. 1981 bis 1999 war er Dirigent der Bayreuther Festspiele.    

Mit Deutschland verbindet den Künstler, der 1963 erstmals nach Berlin kam, viel. Seit 1992 ist er Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden, 2000 ernannte ihn die Staatskapelle Berlin zum Chefdirigenten auf Lebenszeit. Er gilt als enger Begleiter der Wiedervereinigung. Am 12. November 1989 dirigierte er ein mittlerweile legendäres Konzert in der Philharmonie für die Ost- Berliner. Die Staatsoper Unter den Linden baute er zu einem Vorzeigehaus der deutschen Einheit aus.

dpa

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